Der Anfang von allem...

1978, eine Trainingshalle im Mansfelder Land, damalige DDR: Frank Weiß, aktiver Ringer und seit kurzem mit einer Trainerlizenz für den Kinder- und Jugendbereich auf der Matte tätig, entwickelt einen Trainingsablauf, der Reaktion, Ausdauer und Koordination der Athleten optimieren und trainieren soll. Auf der Wettkampfmatte von 9 m x 9 m wird mit Tafelkreide ein Koordinatenraster eingezeichnet. Die Aufgabe: schnellstmöglich und auf Zuruf auf dem jeweiligen Feld spezielle Übungen durchzuführen. Der Parcours ist trainingsintensiv und in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll. Die Grundidee des späteren Trainingsgerätes twall® war geboren. 2001, auf der Terrasse seines Hauses: 23 Jahre und einen von Kreativität geprägten Lebensweg später, sitzt Frank Weiß auf seiner Terrasse und lässt seine Idee eines Trainingsgerätes skizzenhafte Formen annehmen. Die Geburtsstunde der Produktidee twall®, die inzwischen ein weltweit bekanntes Trainings- und Spielgerät ist.


Eine Idee wird zum Konzept

2002, Designbüro in Halle: Frank Weiß, inzwischen Gründer und Geschäftsführer, stellt seinen Mitstreitern die ersten Skizzen seiner Produktidee vor. Die folgenden Wochen sind gefüllt mit Recherchen, Meetings, Entwurfsarbeiten und Designskizzen, um aus der Produktidee in Eigenregie ein Trainingsgerät für den Leistungssport zu entwickeln. Kontakte zu Entwicklern und verschiedenen Unternehmen der Elektronikbranche werden geknüpft und in der LOOXOR GmbH aus Magdeburg findet man ein damals junges Unternehmen, welches in der Lage und mutig genug ist, das Konzept der Designer zu unterstützen. Die konstruktive Entwicklung des Tastmoduls wurde zur größten Herausforderung. Robust, innovativ und leicht reproduzierbar sollte es sein – aber auch kostengünstig zu produzieren. Viele Versuche und 3 Prototypen später muss eine Entscheidung getroffen werden, da das Team um Frank Weiß feststellt, dass sich die bisherige Konstruktion nicht kostengünstig realisieren lässt. Die zur Erfassung der Impulsdaten notwendigen Daten lassen sich nicht korrekt auslesen, die Baugruppen erweisen sich als zu anfällig, zu mechanisch und mit zu großen Toleranzen behaftet. Alles bisher Entwickelte und Getestete wird verworfen und ein völlig neuer Ansatz verfolgt. Nach etlichen Wochen konzentrierten Arbeitens bringt der Zufall der aus Designern und Ingenieuren bestehenden Arbeitsgruppe die erhoffte geniale Lösung des Problems und damit das Ergebnis…


Ein neuer Ansatz - die Lösung

Frank Weiß` Schreibtisch, eine Bürotischspielerei: ein Kunststofflineal wird auf einen Bleistift und einen Radiergummi gelegt und bildet eine elastische Brücke - das Grundprinzip des Federmechanismus ist gefunden! Alle Probleme der ersten Konstruktion scheinen mit einem Schlag gelöst. Mit wenigen Handskizzen ist der Aufbau des Moduls umrissen, welcher dann die Grundlage für die 3D-Konstruktion bilden soll.

Auf dieser Basis beginnen die Designer Anfang 2002, sich der Formgebung der Produktidee unter ergonomischen Gesichtspunkten zu widmen. Entscheidendes Kriterium für die Zusammenführung von Form und Funktion im Designprozess ist, ein Tastelement zu entwickeln, welches in großen Stückzahlen kostengünstig reproduzierbar ist. Das Team entscheidet sich für die klassische Quadratform - diese ermöglicht auch freie Anordnungen auf der Trainingsfläche. Eine Kooperation mit einem Kunststoffhersteller führt nach einer Reihe Materialtests und nach 17 Versuchsreihen zu der nunmehr seit 2003 verwendeten und unveränderten Materialmischung. Die LOOXOR GmbH bringt zeitgleich die Entwicklung der Elektronikkomponenten und der Steuerungssoftware voran.


Eine Marke entsteht

Der Test, an welchem 1.822 Probanden von 5 bis 85 Jahren und unter anderem der Dreifach-Olympiasieger Andreas Hajek und Renndirektor der FIS, Walter Hofer, teilnehmen, bestätigt dem Entwickler- und Designerteam eine gelungene Generalprobe ihres Gerätekonzeptes für den Sport- und Fitnessbereich.
Nun muss das Patent angemeldet werden, ein Markenname gefunden und ein erstes Corporate Design entwickelt werden. Es beginnt eine aufwändige Recherche, werden in vielen Meetings Ideen und Entwürfe diskutiert, Vorstellungen unterbreitet und dann schließlich der Name des Produktes gefunden: T-Wall. Touch = Berühren + Wall = Wand.
Mit dieser Entscheidung beginnt nun auch das Markenbild erste Konturen anzunehmen und die Basiselemente werden gestaltet. Das Marketing und die Markteinführung können vorbereitet werden. Am 25. März 2004 die wie twall® mit einem großen Event im Olympiastützpunkt Leipzig mit prominenten Gästen, u.a. Regina Halmich, Birgit Prinz und Bernd Mailänder, der Öffentlichkeit vorgestellt.


Eine Idee wird erwachsen

2007, FIBO Messe Essen: Durch die Präsentation der twall® auf der FIBO in Essen wird die IMM Gruppe aus Mittweida auf das Produkt aufmerksam. Es werden Gespräche über eine mögliche Kooperation geführt und mit der Übernahme der Patente und der Marke erfolgreich abgeschlossen.
Mit der Übernahme der twall® wird das elektronische Konzept teilweise neu entwickelt und überarbeitet. Durch die Optimierung der Hardware ist die twall® nun den gehobenen Anforderungen der avisierten Zielmärkte angepasst, mit der inzwischen veränderten technischen Qualität entwickelt sich die twall® durch erfahrene Techniker, Entwickler und Ingenieure zu einem High-Tech-Produkt.
2008: Die enge Zusammenarbeit mit dem Designbüro xio-design aus Halle wird intensiviert und der Markenrelaunch beauftragt. Im Zuge dieses sehr umfangreichen Prozesses entsteht ein neues und modernes Markenbild mit einer auf die Sport-, Fitness- und REHA-Märkte verstärkten Kommunikationsstrategie. Es gelingt in der darauf folgenden Zeit die Marke erfolgreich am Markt zu etablieren.
2009: Die erste twall®-Challenge wird veranstaltet. Mit diesem Event gelingt es erstmalig, eine internationale Plattform für die twall®-Produktreihe zu schaffen, die inzwischen auf 4 verschiedene Formate erweitert worden ist.


A star is born

2010, Studio-Live-Betrieb bei der Spielshow "Schlag den Raab": Nachdem auf zahlreichen voran gegangenen Events die twall® der inzwischen 2. Generation weltweit zum Einsatz kommt, selbst der BreakDance Weltmeister Patrick Grigo und seine Crew als Promoter und Testimonial für viele Veranstaltungen und Messeauftritte gewonnen werden konnten, steht nun die twall® im Studio der PRO7-Media-Group. Die extrem hohen Anforderungen an den Studio-Live-Betrieb stellt die Ingenieure vor neue Herausforderungen. Der Einsatz in der Spielshow mit Stefan Raab wird ein voller Erfolg und die twall®-Anfragen für Fernsehauftritte häufen sich nun. Inzwischen ist die twall® weltweit im Einsatz und unterstützt u.a. die Astronauten der ESA beim Muskelaufbau nach Langzeitaufenthalten im All.

2012, Auszeichnung mit dem PlusX-Award in der Kategorie "INNOVATION UND FUNKTIONALITÄT". Nach der erfolgreich eingeführten Markenstrategie und der nicht minder erfolgreichen Produktplatzierung in den verschiedenen Zielmärkten beginnt ein weiteres Kapitel in der Produktentwicklung.


High-Tech - Made in Germany

Mittweida: Die Entwicklungsabteilung der IMM Gruppe beschäftigt sich mit der weiteren Produktoptimierung. Gestickte, resistive Sensoren, eine echte Innovation, bieten sich als Lösung der anstehenden Herausforderungen an.

Als idealer Umstand bei der Neuentwicklung des Trainingsmoduls stellt sich die Nähe und die Ressourcenoptionen der Hochschule Mittweida dar. Dipl.-Ing. Joachim Groß, IMM Ingenieurbüro GmbH, ist es zu verdanken, dass heute durch die Verwendung von gestickten Sensoren, die in eine Haube aus Glasfasermaterial eingebettet sind, erstmals hochauflösende und hochempfindliche Auswertungen der Tastimpulse und Aktionen möglich sind. Ein passendes Touchpaneel zur Eingabe und Konfiguration der Trainings-, Therapie- und Spielprogramme sind dem erneuerten Modul zur Seite gestellt.

Auf der FIBO MED in Köln feierte die twall®PLUS als Hightech-Trainings- und Spielgerät Weltpremiere. In den nun erhältlichen Ausführungen D1, D2 und D4 sind der modularen Erweiterbarkeit für entsprechende Einsatzgebiete keine Grenzen mehr gesetzt.
Auch das neue Design unterscheidet sich maßgeblich vom Erscheinungsbild der twall® der voran gegangenen Versionen. Das Fachpublikum aus den Anwendungsbereichen Therapie und Rehabilitation zeigt sich beeindruckt.

Eine Innovation aus der Elektronikschmiede der IMM Gruppe (heute IMM electronics) aus Mittweida ist erfolgreich gestartet. Made in Germany!